Ein Wetter Taft

Location: Kampala / Uganda
Wetter: Gewitter und Regen
Zeitunterschied: + 1 Std.

Kampala – wir fallen nach gut sieben Stunden Fahrt aus dem Bus. Die Wolken hängen tief, Nieselregen überzieht die Stadt mit einem feuchten Schleier. Unsere Frisur hält wie immer nicht – leicht angeklatscht und ein bisschen fettig. Um uns tobt das alltägliche Verkehrschaos dieser Stadt. Gefahren wird immer und überall. Rücksicht, ein Produkt des Zufalls. Wir laufen los auf der Suche nach dem Minibus zu unserem Hostel.

Es dämmert bereits, grundsätzlich eine schlechte Zeit, für einen Walk durch eine afrikanische Hauptstadt. Wie immer, wenn es ganz schlecht läuft, naht Hilfe, so auch heute. Der hilfsbereite junge Mann führt uns durch das Gewirr aus Straßen und Plätzen. Nach einer gefühlten halben Stunde durch die Stadt finden wir den richtigen Minibus. Der Dank gilt dem Unbekannten mit dem Ronaldo Shirt. Ihr würdet doch sicher auch in Deutschland ohne mit der Wimper zu zucken einen Afrikaner dreißig Minuten durch die Stadt begleiten, damit dieser den richtigen Bus findet. Oder?

Unser Hostel liegt in den Außenbezirken der Stadt. Hanglage mit Blick auf einen verschilften Seitenarm des Lake Victoria. Mücken, normal ja, aber nur wenn es nicht regnet. Glück für uns. Wie immer zelten wir. Diesmal mit einem schlechten Gefühl. Täglich tobt die Entladung über uns. Nichts mit „Regen bringt Segen“. Stühle und Sonnenschirme erkunden flugakrobatisch das Gelände. Wir bibbern im Zelt und erzählen uns gegenseitig alles Wissenswerte über Gewitter. Der Blitz zuckt, das Zählen beginnt. Kilometer entscheiden über Wohl und Weh, Bleiben oder Gehen. Nacht für Nacht das gleiche Spiel. Am Morgen entschlüpfen wir unserem äußerlich klatschnassen Falthaus. Wir trocknen die Wunden und hoffen auf Besserung.

Jinja – Hier entspringt der Nil aus dem Lake Victoria und wir dem Shuttle Bus. Noch hält das Wetter aber das Ungemach ist bereits im Anmarsch. Eile ist geboten. Wir hängen unser Zelt auf, damit es wiedermal den Normalzustand „trocken“ erlebt. Gegen Mittag mahnt der Guide zum Aufbruch. Das andere Camp ist nur über einen unbefestigten Weg erreichbar. Unbefestigt und Regen ergeben jede Menge rutschigen Schlamm und zwar Roten. Wer die Bewohner rechts und links des Weges zu Gesicht bekommt, wird verstehen, wie anhänglich afrikanischer Boden sein kann. Der Pick-Up schlittert und stellt sich quer. Nichtsdestotrotz erreichen wir das Camp bevor der große Regen einsetzt, heute übrigens mit Hagel.

Wir flüchten in Richtung Süden von Uganda an den wunderschönen Lake Bunyonyi. Der Regen auch. Schon auf dem Weg zu diesem einmaligen Platz überkommt er uns, kann aber vorerst nur den Bus wässern, in welchem wir sitzen. Bei der Überfahrt auf die Insel, auf der sich unsere Unterkunft befindet, können wir nicht mehr weichen – Fahrtwind und Dusche von vorn. Wir mieten uns in eine Naturlodge auf einer der 29 Inseln ein. Irgendwie müssen wir bei der Buchung das Häkchen beim Wetter falsch gesetzt haben. Wir wollten doch keinen 24/7 – Regenservice.

Zwei Tage später stehen wir wieder auf dem Festland und flüchten weiter gen Süden. Irgendwo muss es doch ein Land geben, wo die Sonne scheint. Vielleicht in Ruanda.

Ganz liebe Grüße von euren zwei Weltreisenden

Angie und Thomas

2 Gedanken zu “Ein Wetter Taft

  1. Ich wünsche Euch alles Gute und bin gespannt auf den nächsten “Jute statt Plastik“-Bericht aus Ruanda: “….Plastiktüten sind in Ruanda verboten. Bei der Einreise wird das Gepäck von Touristen auf Plastiktüten durchsucht. Gefundene Tüten werden ihnen abgenommen und entsorgt. Stattdessen nutzt man in Ruanda Tüten aus Baumwolle….“
    Gute Reise, Euer
    Jo

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